Spirit: Google kauft massenhaft Daten von insolventer Airline für KI

Google hat riesige Mengen an E-Mails und anderen Daten wie etwa Details zu Flugbuchungen und Preisberechnungen der vor einigen Monaten bankrott gegangenen US-Fluglinie Spirit Airlines erworben. Die Informationen sollen jetzt verwendet werden, um damit KI-Systeme zu trainieren.
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Spirit Airlines

    10 Mio. Dollar für digitalen Nachlass einer Fluglinie

    Ganze 10 Millionen US-Dollar (etwa 9 Millionen Euro) sind die digitalen Überreste der US-Fluglinie Spirit dem Internetkonzern Google wert. Das Unternehmen hat laut einem jetzt veröffentlichten Gerichtsdokument in großem Stil Daten der Airline erworben, um diese für das KI-Training zu verwenden. Das Ausmaß des Datenschatzes ist offenbar enorm.

    Google erhält dafür rund 100 Millionen E-Mails, 500 Millionen Chat-Nachrichten aus Microsoft Teams, 17 Millionen OneDrive-Dateien und 20,5 Millionen Inhalte aus Microsoft SharePoint, berichtet unter anderem The Register. Weiterhin besitzt Google jetzt über 30 Millionen Audioaufnahmen von Kundenservice-Gesprächen und mehr als 15 Millionen Chat-Protokolle aus Kundenanfragen.


    Betriebsdaten ebenfalls Teil des Datenschatzes

    Hinzu kommen auch noch 600.000 Support-Tickets sowie 13,7 Millionen E-Mail-Adressen aus einer von Spirit verwendeten Marketing-Lösung und 11 Millionen Datensätze zu Buchungen des Zugangs zum In-Flight-Internet. Das Datenpaket geht aber auch noch über die aus der internen Kommunikation und dem Umgang mit Passagieren resultierenden Informationen hinaus.

    Google erhält die Daten zu 763.000 Flügen, fünf Millionen Crew-Listen, mehr als 1,2 Millionen Treibstoffkäufen und dem Einkauf von fast 800.000 Ersatzteilen durch Spirit Airlines. Die Daten sollen nach einer Anonymisierung offenbar für das KI-Training verwendet werden. Es dürfte nicht der einzige Fall sein, in dem Daten von gescheiterten Unternehmen für KI-Anwendungen verwertet werden.

    Google könnte mit den Daten unter anderem Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz schaffen, die für den Betrieb und Kundendienst von Fluglinien nützlich sein können. Neben Google versuchte auch ein anderer Bieter, die Spirit-Daten zu erwerben. Der Datenhändler Mercor, welcher derartige Datensätze für KI-Training verkauft, scheiterte jedoch mit seinem Gebot in Höhe von rund sieben Millionen US-Dollar (etwa 6 Millionen Euro), während Google den Zuschlag erhielt.

    Zusammenfassung
    • Google kauft den digitalen Nachlass von Spirit Airlines für 10 Millionen Dollar
    • Der US-Konzern will die riesigen Datenmengen für das KI-Training nutzen
    • Das Paket umfasst unter anderem 100 Millionen E-Mails und Teams-Chats
    • Auch interne Betriebsdaten zu Flügen, Crews und Ersatzteilen sind enthalten
    • Vor der Verarbeitung sollen die sensiblen Kundendaten anonymisiert werden
    • Der unterlegene Konkurrent Mercor bot sieben Millionen Dollar für die Daten

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